Forschung am Lehrstuhl für Entrepreneurship der Universität St.Gallen zeigt, dass das Minoritätsverhältnis der Frauen im Verwaltungsrat junger Unternehmen nachteilig sein kann. Das Überraschende: Schon mit einer ersten Erhöhung des Anteils, also der zweiten Frau im Verwaltungsrat, sind die Vorteile der Geschlechtervielfalt spürbar. Vermutet wird, dass sich Diskussionen und Entscheidungen von einer rein männlich geprägten Kultur lösen können. Diese Ergebnisse basieren auf der Analyse von jungen Unternehmen – Startups –, die eine Risikokapitalfinanzierung erhalten haben. Dabei zeigt sich, dass ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Mann und Frau im Verwaltungsrat positive Effekte auf die Unternehmensperformance hat, zum Beispiel in dem Netzwerkeffekte besser genutzt werden. Die Resultate erklären sich durch eine erhöhte Anerkennung konträrer Meinungen und durch das Aufbrechen einer reinen «Boys' Club Culture» bei Paritätsverhältnissen im Verwaltungsrat.

Dies und mehr zeigt die wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel «Venture Capital And The Effects Of Gender Diversity In New Venture Board Interlocks», welche dieses Jahr an der Konferenz der Academy of Management in Boston in die Best Paper Proceedings (beste zehn Prozent der Papers) aufgenommen wurde und die demnächst veröffentlicht wird.

(Hess, Manuel; Sirén, Charlotta; Wincent, Joakim; Grichnik, Dietmar.2019.Venture Capital And The Effects Of Gender Diversity In New Venture Board Interlocks.In Guclu Atinc (Ed.),Proceedings of the Seventy-ninth Annual Meeting of the Academy of Management.Online ISSN: 2151-6561).