(english version below)

Was machst Du, wenn Du ein Problem gefunden hast, das es wert ist zu lösen? Wie gehst Du an die Planung der Problemlösung? Um unternehmerisch zu handeln, solltest Du Dir keinen gefestigten Business-Plan erstellen. Weshalb? Weil Du Dir für den Business-Plan klare Ziele setzt und Dich folglich in Deiner Kreativität und Flexibilität einengst. Denn wie sollst Du das Ziel kennen, wenn Du die genaue Problemlösung noch nicht definiert hast und zudem nicht austesten kannst, was Deine zukünftigen Kunden kaufen wollen?

Entgegen des natürlichen Reflexes ein Ziel zu definieren und sich von diesem «leiten» zu lassen, nutzen erfolgreiche Entrepreneure, was ihnen momentan zur Verfügung steht, um die für ihre Kunden beste Lösung – das Ziel – zu finden. Diese Herangehensweise, erkannt von der bekannten Entrepreneurship-Forscherin Saras Sarasvathy, wird als «Effectuation-Ansatz» bezeichnet. So bleibt die Zukunft zwar weiterhin unsicher, jedoch können die Entrepreneure mit den vorhandenen Mitteln sofort auf eine sichere Ressource zurückgreifen und entsprechend direkt mit dem Unternehmensaufbau beginnen.

Durch den Effectuation-Ansatz wird der Unterschied zwischen Entrepreneuren und Managern ersichtlich. Als Verbildlichung des Unterschieds dient jeweils die Zubereitung eines Menüs. Manager wählen ein Rezept aus und besorgen sich die nötigen Zutaten. Demgegenüber wirft der Entrepreneur einen Blick auf die vorhandenen Zutaten und kreiert daraus verschiedene Menüs. Dies macht er, um herauszufinden, welches am besten schmeckt. Das Verhalten des Managers ist darauf zurückzuschliessen, dass er sich in einer Welt bewegt, in der die Zukunft (meistens) gut prognostiziert und nötige Mittel beschafft werden können. In der Entrepreneurship-Welt gehört die Unsicherheit zur Tagesordung. Um diese Unsicherheit zu reduzieren, versucht der Entrepreneur viele potentielle Lösungen zu kreieren und zu testen, damit kein Cluster-Risiko entsteht.

Wichtig für Dich ist nun, eine Inventarliste Deiner Mittel zu erstellen. Dabei können Mittel monetärer als auch nicht-monetärer Art sein. Um diesen Prozess zu vereinfachen frage Dich:

 

Wer bin ich?

Bei dieser Frage geht es um Deine Vorlieben. Sie geben Dir darüber eine Orientierung, welchen Problemen Du Dich unternehmerisch widmen solltest. Erfahrungsgemäss finden nur identitätsstiftende unternehmerische Themenbereiche Deine volle Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Dies ist essenziell, damit Du das Durchhaltevermögen beibehälst um Deine Lösung für das unternehmerische Problem zu finden und umzusetzen. Stelle Deine Präferenzliste für Deine Vorlieben, Interessen und Werte auf.

 

Wen kenne ich?

Diese Frage zielt auf Dein Netzwerk ab und soll Dir den Zugang zu zusätzlichen Mitteln, die in Deinem Netzwerk vorhanden sind, garantieren. So kann Dich Dein Netzwerk u.a. in der Lösungsausarbeitung, Ideenfindung, finanziell oder mental unterstützen. Dein erkundetes Problem und Deine dafür vorgesehenen Lösungsansätze «pitchst» du am besten als erstes bei den bekannten 3-F’s (Family, Friends and Fools). Hast Du sie einmal überzeugt ist die Chance gross, dass Du Deine ersten Investoren Deines Startup im Boot hast. Wichtig ist, dass Du Dich in einem zweiten Schritt nicht nur auf Deine Kontakte in Deinem nähren Umfeld fokussierst. Mehrfach lassen sich wichtige Insights und relevante Kontakte über Dein erweitertes Netzwerk, also Freunde von Freunden – sogenannte Weak Ties –, einholen. Setze eine kurze Liste mit Kontakten, die du gut und eine längere Liste mit Kontakten, die du weniger gut kennst, auf.

 

Was kann ich?

Deine Fähigkeiten, Dein Wissen und Deine Fertigkeiten sind hier gefragt. Dabei ist Erfahrung für das unternehmerische Problemlösen wertvoller als reines theoretisches Wissen. Bekanntermassen geht es in Entrepreneurship um Aktion und nicht um Theorie. Es geht darum, dass Du anfängst zu Handeln und dass Du Dinge ausprobierst. Dies weil Erfahrung stärker auf den Unternehmenserfolg wirkt als die reine Lehre. Viele Entrepreneure gründen nachdem sie einige Jahre an Erfahrung in einem Unternehmen gesammelt haben. Schau also in Deinem Kompetenzbereich über den Tellerrand hinaus, integriere Deine Fähigkeiten und Dein Know-how und Du wirst Lösungen für bestehende Probleme erkennen. Erstelle Dein Stärkenprofil mit Deinen Kompetenzfeldern, Deinen (Berufs)Erfahrungen, Deinen besonderen Expertisen und Deinem Wissen.

 


 

What do you do when you have found a problem worth solving? How do you go about planning the solution? To be entrepreneurial, you should not create a solid business plan. Why? Because you set clear goals for the business plan, and therefore you are restricted in your creativity and flexibility. After all, how are you supposed to know the goal if you have not yet defined the exact solution to the problem and also cannot test what your future customers want to buy?

Contrary to the natural reflex of defining a goal and being "guided" by it, successful entrepreneurs use what is currently available to them to find the best solution - the goal - for their customers. This approach, recognized by the well-known entrepreneurship researcher Saras Sarasvathy, is called the "effectuation approach". Although the future remains uncertain, the entrepreneurs can immediately access a secure resource with the available means and start building up the company accordingly.

The Effectuation approach makes the difference between entrepreneurs and managers apparent. The preparation of a menu serves to illustrate the difference. Managers select a recipe and obtain the necessary ingredients. In contrast, the entrepreneur takes a look at the available ingredients and creates different menus from them. He does this to find out which tastes best. The manager's behavior can be deduced from the fact that he moves in a world in which the future can (usually) be predicted well, and the necessary funds can be obtained. In the world of entrepreneurship, uncertainty is part of the daily routine. To reduce this uncertainty, the entrepreneur tries to create and test many potential solutions so that no cluster risk arises.

Essential for you now is to make an inventory of your resources. The means include monetary and non-monetary ones. To simplify this process, ask yourself:

 

Who am I?

This question is about your preferences. It will give you an orientation about the problems you should address in your business. Experience has shown that only identity-creating entrepreneurial topics receive your full attention and appreciation. This is essential for you to retain the perseverance to find and implement your solution to the entrepreneurial problem. Make your preference list for your predilections, interests, and values.

 

Whom do I know?

This question is aimed towards your network and should guarantee you access to additional resources available in your network. Your network can support you financially or mentally in the development of solutions and ideas. Your problem and the solutions you are looking for are best "pitched" first at the well-known 3-F's (Family, Friends, and Fools). Once you have convinced them, there is a good chance that you will have your first investors on board. In a second step, it is vital that you do not only focus on your contacts in your immediate environment. Several times you can get essential insights and relevant contacts via your extended network, i.e., friends of friends - so-called "weak ties". Make a short list of contacts you know well and a long list of contacts you know less well.

 

What can I do?

Your skills, knowledge, and abilities are needed here. Experience is more valuable for business problem solving than pure theoretical knowledge. As is well known, entrepreneurship is about action and not theory. It is about you starting to act and trying things out. This is so because experience has a more substantial effect on the success of an enterprise than pure teaching. Many entrepreneurs start a business after they have gained some years of experience in a company. So look beyond your area of expertise, integrate your skills and know-how, and you will find solutions to existing problems. Create your strength profile with your fields of competence, your (professional) experience, your specialized expertise, and your knowledge.